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Nur ein Stadtgedanke

Politik ist die unterschiedliche Auslegung von Gerechtigkeit.

© by Fabian Tietz
Still tun (bearbeitet)

Und es bleibt mir nichts als politisch zu werden, denn ich bin nicht fromm.

Wo nichts brennt, ist es finster.


© by Fabian Tietz
Übung

Und immer der Rückzug
der so fatal
muss durch
mich
gebrochen
die Energie
in Leben
wandeln;

durch faule Lagen
das Gähnen
ins
Lachen
meines Vertrauens
führen.

Und ich
nur ich
muss
ohne Ausweg
jede Sekunde nehmen.

© by Fabian Tietz
Der Respekt vor dem Morgen gehört keinem Kind.

© by Fabian Tietz
Unvollendet für einen Freund

Wenn der Rücken bricht
zerreißen Knochensplitter
die feinen Muskeln
des Herzens,
die Beine werden taub,
die Lippen schmerzverzerrt
die Leber zu Prometheus´ Qualen.

Auch wenn die Krallen des Teufels
dein Gesicht zerkratzen
wird das Blut sich verteilen
und junge Seelen tränken
mit deinem Bild
aus Sanftheit.

Sie werden Buchstaben finden,
die ihnen sonst fremd gewesen.

Sie werden Wut entdecken
wo sie nie war.

Sie werden leben
wie sie nie gelebt.

Wer um sein Leben schreibt,
wird niemals, niemals sterben!

Wer um sein Schreiben lebt,
den wird es immer geben!

© by Fabian Tietz
Arbeit ermüdet
die Schreibhand.

© by Fabian Tietz
Ich sitze am Straßenrand
Der Fahrer wechselt das Rad.
Ich bin nicht gern, wo ich herkomme.
Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre.
Warum sehe ich den Radwechsel
Mit Ungeduld?

© by Bertolt Brecht


Bereue keine vergangenen,
sich nähernden,
begleitenden Leben,
denn sie könnten "anders sein"
laut Wittgenstein
Und wenn ich das Fenster schließe
findet der Wind keinen Weg hinein.
© by Fabian Tietz
(Aus den Buchstaben von Brecht, Wittgenstein und
Dušanić)
Frey

Wenn ich auf meiner Wolke bleibe
und dort singe ohne Noten
voller Lust
mit regellosen Lippen
wird Novalis mich beehren
und mir raten:
Bleib´ dran!

© by Fabian Tietz
Direkt unter meiner Haut beginne ich zu schrei(b)en!

© by Fabian Tietz
(inspiriert von einer Textzeile aus Faithless´ "Salva Mea")
Flucht

Wie gerne ich ein Buch wäre,
mit fester Bindung.

© by Fabian Tietz
Über allem klebt mir eine Frage

Ein klares Sein ist heute verloren.
Nur immer Schlingern.
Jeden Tag.
Und von Drang zu Zwang.
(...)
Vom Drang zum Leben bis zum Schreiben, liebe ich das große Tagesende und fürchte immer aufs Neue den Beginn.

© by Fabian Tietz
Sozial

Bei dem, was sich die menschliche Gestalt ist;
bei dem, was ich sehe fast jeden Tag,
bleibt mir nicht mehr, als demütige Gutmütigkeit.

© by Fabian Tietz
Jäger

Auf der Suche nach den Buchstaben,
erfahre ich die wildesten Abenteuer.

Denn wenn die Buchstaben springen,
wie ein Pferd auf den rustikalsten Ländereien,
halte ich mich an ihnen fest mit aller Kraft
und erblicke aus den Augenwinkeln all die schöne
und finstere Pracht der lebendigen
und toten Geschichten.
Geschichten, die sich in meinem Gemäuer wehrhaft verschanzen
und ihnen nur unverhältnismäßig rohe Gewalt
Tageslicht um die Ohren haucht.

Welche Kraft nötig ist!!

Auf der Suche nach den Buchstaben
erfahre ich die wildesten Abenteuer.

© by Fabian Tietz
Berlin um mich (zuletzt bearbeitet 25.01.2010)

Unsicher lebt es sich
auch um mich herum.

© by Fabian Tietz


Vielen Dank an Miro für seine Antwort:
http://miroslavdusaniclyrik.blogspot.com/2010/01/antwort.html
Es ist die Waage

Traurige Zeilen bestimmen noch das Blatt,
in vielen Bildern grau und tief,
von der Welt bestimmt,
doch meist mit einem Lächeln.

Nun mag ich mich ein wenig lösen,
Vergramtheit in buntes Papier hüllen,
der Hoffnung die Hand geben
und verstehen, dass man sich nur nähern kann.

Es sind dann doch die Menschen,
die mir ein Netz spannen
voller Wärme und Lachfalten,
an denen ich mich jungfräulich halten darf.

Und ich danke damit doch dieser Welt,
dass sie diesen Ausgleich schafft.

© by Fabian Tietz












Collage: © by Miroslav B. Dušanić

Lieb Aug

Im Vorübergehen
überkam mich Leben
beim Anblick des Sommers
der Anderen
in Sehnsucht
verloren
mit chlorbenetzten Augen
als ob Tränen schuldig sein könnten.

Und ich vergaß.

© by Fabian Tietz
Rinde

Die alte Buche im stillen Hof ist die Quelle vieler Texte.

Hält Geschichten seit Jahrzehnten fest in ihren Falten, die zu Beginn der Sprache des Menschen als Buchstaben galten.

Manchmal lehn´ ich mich an sie und lausche den Blättern, doch im Hof ist nie Wind.

© by Fabian Tietz
Aus dem Vollen

Merkwürdiges geht vor in mir.

Sein ist ohne Boden und Boden ohne Sein.

Das Traurige verfliegt und landet Bruch.

Die Wunden nässen beim Lachen.

Die Suche ist vielleicht die Quelle.

Ich schöpfe weiter aus ihr.

Ich trinke auch weiterhin das Leben ungefiltert.

Vielleicht macht es immun.

Ich vertreibe Gedanken und verletze ihren Stolz.

Die Mauer wächst.

Ich zwinge mich zum Punkt


.

© by Fabian Tietz
Tränen der Schreiber

Der Wind wird kalt,
meine Knochen hören die der Anderen.

Es ist ein merkwürdiges Geräusch.
Es macht mir Angst,
doch es ist das Summen der Künstlerstille,
mittendrin im Aufhören.

Nein! Es ist nicht Angst:

Es ist Traurigkeit.

© by Fabian Tietz
Hätte

Wenn ich nun über die Nacht geschrieben hätte, hätte ich mich des Plakatierens schuldig gemacht.
Ich wollte "einsam" und "Nacht" verbinden.
Es hätte wie ein Echo von Celan geklungen und ich hätte meinen Namen darunter geschrieben und ein paar Verirrte hätten vielleicht kommentiert.

Vielleicht hätte ich es einfach schreiben sollen.


© Autor unbekannt