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Die verborgene Leichtigkeit

Im Verborgenen liegt die echte Landschaft, die ich suche für mein treues Leben. Falls ich dorthin gelange, wird mein Empfinden eines voller Erde sein und sich sachte mit Nähe füllen. Dort werde ich Früchte von Bäumen schütteln, deren Äste mir als Treppe in das Weitersehen dienen. Träume kommen auf Leinwände, so groß wie ein Fußballfeld. Und meine Freunde lassen das Fragen sein und tragen. Und überhaupt werde ich in dieser Landschaft leben können, wie in meinem warmen Bett. Es zertrümmert die Ansprüche und entführt in das innere Sehnen. Es gibt dort keine Zeit, weil es sie nicht gibt. Es gibt sie nicht. Somit existiert sie nicht. Sie ist nicht da. Alleine nur das Land und wir und du und ich und ohne die Zukunft, vergessen wir was war.

© by Fabian Tietz
DaDa
(Experiment)

Bringt man "bang" wie ein "Bäng" aus der anglizistischen Sprachwelt in das germanistische Lautmuster...
Bei dem Gedanken wird mir bang..
Das Bäng zielt und tötet.
Es ist laut.
Ein lautes Muster.
Es mustert laut.
Es knuspert.
Es knuspert bang.
BÄNG!!

© by Fabian Tietz
Forsche Worte

Wie ein Wissenschaftler im Versuch Gegebenheiten und Theorien in Begriffe zu fassen, bin ich im Versuch gefangen, mich und das damit verbundene Leben der Umgebung in Worte zu kleiden und diesen eine Identität zu verleihen, die jenseits oktroyierter Zwänge verhaftet ist.

© by Fabian
Offen

In einer Erdnussschale trieb ein Mädchen verunsichert einen Fluss entlang. Es setzte sich hinein um zu entkommen. In ihrem mutigen Ich merkte sie jedoch unvermittelt ein Gefühl der Angst vor dem Wanken, während sich die Schale auf dem Wasser in unberechenbaren Bewegungen verfing. Sie hielt sich fest an den Fasern ihres gewählten Bootes mit einer wachsenden tiefen Angst vor dem Ertrinken und holte mehrmals mit kräftigen Atemzügen Luft, um gegen die plätschernde Bedrohung gewappnet zu sein.
Sie war das erste Mal auf dem Wasser, doch auch froh es gewagt zu haben. Wenngleich sich ihre Augen, beim Anblick des nicht enden wollenden Flusses, befeuchteten. Sie wollte entkommen. Dabei war es egal wenn das Wasser sie verschluckt. Der Atem war ihr nicht wichtig. Ausser jetzt in diesem Moment, nachdem sie sich in ihre gewählte Erdnussschale gesetzt hatte. Auf der Flucht vor dem Boden.

© by Fabian



Intensiv


Ich will dem Dauergrinsen helfen sich ein Leid zu schaffen, bald.
Denn seine Muskeln tun ihm weh vom vielen Schein im flachen Sein.

© by Fabian




Im Dauergrinsen erstarrt,
ist das Lachen schrille Fassade,
potjomkinsche Maskerade
bis unter die Nase,
happiness pur
nur
happiness pur.

Wenn der Spiegel das
andere Gesicht zeigt,
das echte (wie es auch sei),
müde und leergegrinst,
müde und leergelacht,
müde und ereignisleer,
gleitet der Blick drüber,
über das Gesicht,
mit Augen
und Nase
und Mund
und Wangen
und Kinn
und Falten...
und für Sekunden
(vielleicht)
flackert Erkennen,
was, das bin ich auch,
(vielleicht)
blitzt Erkenntnis auf,
Erschrecken!

Doch dann, im Aufbäumen
des Willens, in der Verweigerung
der Annahme, nein, so nicht,
zischen sie wieder hoch,
die Winkel des Mundes,
Lippen entblößen Zähne
und das Lachen ist wieder da,
und spricht zu den Augen,
laut und ermunternd,
was, bitte, willst du,
alles ist super, nicht wahr?

© by Gabriele Brunsch
Knast

Ideale sind kleine Gefängnisse in deren Körper-, Gehirn- und Nervenzellen die Inhaftierten mit Wahrheit gefoltert werden.

© by Fabian
Prosastraucheln

Ein Buch zu schreiben, ist neben dem Leben die größte Herausforderung eines Lyrikers. Seine Schwäche im Ausharren und seine Stilisierung des Zielfadens auf den Punkt genau im Ungewissen, lassen ihn hadern. Je nachdem wie seine Lyrik beschaffen ist, fällt es dem einen oder anderen ein wenig leichter. So hat der Schreiberling, mit dem Hang zu Gedichten gezeichnet aus weiten oder gar völlig fehlenden Gedankengrenzen, mehr zu kämpfen mit prosa-genre-artigen Beschreibungen des Innen- und Außenlebens seiner kopfpräsenten Geschichte und wird schmerzhaft gezwungen sich mit diesen Außenlinien auseinanderzusetzen. Der Lyriker mit meist klaren Ansätzen des Schreibens und der Aussage muss sich hierbei weniger plagen und genießt ein flinkeres Fortkommen in seiner Realisation von Realität, Fiktion oder deren Kombination.
Beide jedoch haben einen Kampf gemeinsam:
Das Gefühlssehnen nach der Poesie in Sätzen.

© by Fabian
Textwelt

Beim Schreiben bin ich klein, doch groß. Fühle mich ein wenig so wie in einem Proberaum mit dem Klavier, der schwarz-weißen Welt vor mir, in die ich tastend eintauche. Dann lausche ich dem Saxophonisten, den ich sonst nicht besonders ausstehen kann, da er die Kunst benutzt um sexuell zu sein. Dem Trommler, dessen Leben da draußen so eintönig ist, wenn er in der Verwaltung am Schreibtisch sitzt. Und dem Gitarrenspieler, der immer von seinen Sechziger Jahren schwärmt, in denen seine Frau so begehrt war. Am liebsten doch mag ich den Bassisten, denn er ist lässig und ich glaube ohne Kopf. Es scheint mir gar, nur aus Gefühl.
Die Musik ist die einzige Sprache, durch die ich jeden auf meine Art verstehen kann. Es ist gleichsam wie im Schreiben. Nicht im Reden. Diesem mir missfallenden Monster, das keine Flucht in die Freiheit zulässt.
Es ist nur die Wortmusik in mir die bleibt und bei der ich verharren möchte, da es nur bei ihr warm ist und der Duft des Hungers nie vergeht.
Ja beim Schreiben bin ich klein, doch groß.

© by Fabian
Schreiben

Auf meine saftige grüne Wiese setzt sich manchmal ein gewaltiger grauer Vogel, um sich den Regen seiner Reisen abzuschütteln. Nachdem er sich dann sein Gefieder geputzt hat, seine Augen ein wenig über die grüne Wiese gewandert sind und sich seine Lungenflügel mit dem Duft von frischem Gras gefüllt haben, breitet er seine Federflügel aus und erhebt sich mit kräftigen Schlägen zurück ins Bodenlose.
Manchmal sehe ich ihn jahrelang nicht und vermisse ihn, mache mir Sorgen ob er denn noch lebt. In solchen Zeiten versuche ich oft ihn zu zeichnen, damit ich nicht vergesse wie gewaltig und königsgleich sein Antlitz war. Doch werden meine Striche ihm nie gerecht. Umso mehr freue ich mich wenn er wieder auftaucht ganz ohne einen Laut und ebenso leise verlischt.
Oft nachdem er nicht mehr zu sehen ist, setze ich mich an meinen kleinen Schreibtisch, nehme meinen Bleistift in die Hand und schreibe ein paar Zeilen.
Meist ein Gedicht.

© by Fabian
Dreckige Lebenslust

Dieses Weib ist reizvoll, anziehend und ekelhaft, vernichtend zugleich, wenn sie mich mit kraftvollen Zähnen zerfleischt, mich zerkaut, hinunterschluckt und wieder auskotzt um das Erbrochene zusammenzukneten, ein kärgliches Mich zu schaffen.
Ich werde dieses Weib hassen und ich werde es lieben mit kopflastigem Körpersehnen nach ihren lebendig, heißen Rundungen und ihrem teuflischen Gift in ihrem kalten Hauchen an meinem Ohr wenn sie mich nimmt und beinahe erdrosselt mit einer großartigen Kunst aus geschmeidiger Brutalität, der ich mich nicht entziehen kann, an eines jeden Lebens Tag zu dem ich mich ermuntere mit routinierter kräftiger Schwäche.
Ich werde diese Hure hassen, ich werde sie lieben, dafür dass sie mich den Bordellstaub riechen lässt, wenn sie mein Gesicht mit ihren nach Smegma triefenden Händen auf die morschen Bretter unter ihren Knien drückt, wo sich meine Realität suhlt im Abgrund so vieler wehrloser Kreaturen meines Ich, Ich, Ich.

Muss mich hingeben diesem unauswiderstehlichen Weib, wenn im Rausch ihres nuttigen Parfums nichts bleibt, als von ihr gedemütigt zu werden, an die Wand geschleudert und vergewaltigt wie ein kleines Kind, alleine gelassen, ohne Atem, ohne Schrei--

© by Fabian


In mir Kerouac

Ich werde mich daran gewöhnen müssen, zu leben mit dieser Pein wie mit einer Gefährtin, die mir stets den Kopf auf den Boden presst und mir mit ihren gewaltigen Brüsten die Lungenflügel zerdrückt, dass es mir schwindelt in dieser Liaison mit dem dominanten Weib auf mir das stets nicht von mir weicht.
Und das bis zum endlichen Ende, werde ich es leben, weil es nicht anders geht, wenn man bleiben möchte, wird man Masochist und ein Gefangener der massenpeinlichen Pein entgegen der Zufriedenheit.

© by Fabian