Ben Becker singt sein Tribut an den Künstler Martin Kippenberger (verstorben 1997).
Korsettmeile
Zwischen den Brüsten der Nutte
mittendrin des Lebens voll
Geruch ergrauter Haut
lebe ich mich ein
genieße
atme
ersticke
weine
Von Nutten an die Brust gedrückt
lebt es sich ein wenig schneller
teurer
lauter
und flacher
in der Sehnsucht nach warmer Tiefe
weitet sich nur der Boden.
© by Fabian
(Leise melde ich mich zurück in der Gedankenwelt des Wortes im Versuch mich wieder einzufinden. In meinem neuen Mittelpunkt Berlin Mitte verbrenne ich oft in den Inspirationsfeuern des Unvorhergesehenen.)
Sturz
Das dichte Hohl, das schon besungen ich vor Zeiten,
will nicht weichen, wird wohl lange mich begleiten.
Sehe mich in Angst, denn Hohles kann bestürzen.
Dichtes, im Gleichen, mag die Lebenszeit verkürzen.
Worin wird es also gipfeln? Warum gibt es keine Sicht?
Fühle mich fallen aus den Wipfeln, ohne Ende, ohne Licht.
© by Fabian
Forsche Worte
Wie ein Wissenschaftler im Versuch Gegebenheiten und Theorien in Begriffe zu fassen, bin ich im Versuch gefangen, mich und das damit verbundene Leben der Umgebung in Worte zu kleiden und diesen eine Identität zu verleihen, die jenseits oktroyierter Zwänge verhaftet ist.
© by Fabian
Offen
In einer Erdnussschale trieb ein Mädchen verunsichert einen Fluss entlang. Es setzte sich hinein um zu entkommen. In ihrem mutigen Ich merkte sie jedoch unvermittelt ein Gefühl der Angst vor dem Wanken, während sich die Schale auf dem Wasser in unberechenbaren Bewegungen verfing. Sie hielt sich fest an den Fasern ihres gewählten Bootes mit einer wachsenden tiefen Angst vor dem Ertrinken und holte mehrmals mit kräftigen Atemzügen Luft, um gegen die plätschernde Bedrohung gewappnet zu sein.
Sie war das erste Mal auf dem Wasser, doch auch froh es gewagt zu haben. Wenngleich sich ihre Augen, beim Anblick des nicht enden wollenden Flusses, befeuchteten. Sie wollte entkommen. Dabei war es egal wenn das Wasser sie verschluckt. Der Atem war ihr nicht wichtig. Ausser jetzt in diesem Moment, nachdem sie sich in ihre gewählte Erdnussschale gesetzt hatte. Auf der Flucht vor dem Boden.
© by Fabian
Verriss
Auf seichte seichte Manier
verdreht sich das Rad
unter meinen Füßen nackt blutend
in der Decke des Aushaltens
aufgeweicht.
Nur Sonne wird mich trocknen
und das Blut gerinnen
für die kommende Vernunft.
Werde mich rüsten
für den Marsch
in die verwahrloste Gestalt
die innen leise blüht
und nach aussen laut verhallt.
© by Fabian
Turm der Liebe
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Im Norden: Leuchtturm
spendet Licht;
Liebe gibt´s auch n Turm
- mehr verrat ich erstmal nicht.
Wachtturm ist unaufdringlich nervig.
Mann an der Ecke in Hand.
Turm der Liebe auch Ecken
man sich stoßen kann.
Jawohl! Kirchturm. .. ist bekannt!
Macht bing bong bang
Turm der Liebe? Nie gekannt
Kommt am Ende von Gedicht dran.
Ah! Hier: Ende da
Turm der Liebe?
Der Irrturm,
klar.
© Text/Video by Tschimmi Cash
Wunderbar dadaistisch und doch ein wenig mehr.
Bruch auf grünem Sitz
Ich fing ein paar Male an zu schreiben
große Worte, schüchternes Winseln
mal und mal
es kam kein Sinn und keine Weiche
richtungslos, Hülsen, Wort, doch auch Kirschen
ohne Kern, der Zahn der Zeit
so muss man wohl leben
es bleibt nur Aneinanderreihung der Flaschen
und leere Tage gefüllt mit dem "Sich abfinden"
steht in den Falten mit geöffneten Poren
der Frau mir gegenüber -
"Nächster Halt: Springpfuhl, Endhaltestelle, bitte alle aussteigen"
© by Fabian
Das Leben schlägt dir ins Gesicht
die Nase blutet
die Beine nicht.
-
Feuer und Köpfe frei
für alles Neu
Spaceman Spiff
Ein wunderschönes Konzert ist heute in der Weißen Rose vergangen. Nur eine Gitarre, Spaceman und die Welt. Auf der Suche nach einem Leben mit, durch und von Musik aus den Träumen der Provinz unterfränkischer Weinberge.
Weitere Konzerte in Berlin:
19. April - 20 Uhr - Junction Bar
22. April - 20 Uhr - Intersoup (u.a. mit Max Prosa)
26. April - 20 Uhr - Madame Claude (2 Songs open Mic.)
"Im Laufe meines Lebens musste ich feststellen, dass das Leben im Grunde langweilig, ja teilweise sogar sehr langweilig ist. Die Literatur, gute Literatur, ist jedoch nie langweilig, da die Literatur konzentriertes, kondensiertes Leben ist."
Marcel Reich-Ranicki
Klopfen
Oh wie öde lebt der Mensch
mit Herz
im kalten Wind
und Sand in den Augen.
Das kochende Blut, das er sucht,
beleibt sich nur stets in Bier und Zigaretten.
© by Fabian
Im Bauch
Tut alles irgendwie nicht gut
drehe mich wende
bin ich in mir komme nicht weit
vielleicht wegen allein
wenn mir der Flur dunkel
nichts sagt.
Und ich weiß nicht ich weiß nicht ich weiß nicht
die Lore-Ley im Bauch
ein Klang aus jammerndem Blech
zum Haare kämmen kraftlos
sinkend der Kahn.
© by Fabian
Ich hab noch einen Koffer in Berlin...
Die letzten Wochen waren still,
der Grund ist Änderung im Leben.
ein Wohnsitz noch gefunden werden will
eine Arbeit wurde mir schon gegeben.
Viele Menschen voller Trends gehn in diese Stadt,
natürlich hab ich Massendenken satt,
doch liebe ich das große B mit all seinen Macken,
wenn zum Beispiel überall die blöden Köter kacken.
Mein Kopf nicht ruhig und voller Dinge
drum ich auch in diesen Zeilen mit der Rhythmik ringe
vergebt mir wenn es mir garnicht gelingt
und mein Lyrikherz auch in den nächsten Wochen nur leise singt.
© by Fabian
Tschimmi zu meinem Beitrag Guiyu:
Revolution bedeutet Umwälzung, doch darin steckt auch Evolution, Veränderung. Ist es eine Revolution, wenn der Bauer pflügt, "den Boden umwälzt"? -- Ob Veränderung allerdings nötig ist, diese Frage stellt sich eig. nicht: Wandel ist steter Fakt im Sein. Möglich ist sie also bewiesener Maßen. Ob sie nötig sei? Hmm.. Ein Mensch, der nicht mehr dazulernt, der sich nicht mehr verändert - der ist alt. So zumindest meine Definition. Da ich noch lange (und eig. nie aus heutiger Sicht) alt sein möchte (im Sinne von stumpf im Trott) ist für mich Veränderung essentiell!
Und Ja, ich denke sie ist immer noch möglich. (Ich schreibe bewusst diesen Satz, und nicht etwa "ja, ich denke IMMERNOCH sie ist möglich".)
Weil Veränderung im Kopf geschieht und daher, solange der Geist wach ist, es meiner Meinung nach möglich sein muss Veränderungen vorzunehmen.
Was Revolution ist, habe ich bereits im Vorabsatz vorweggenommen. Wann es sie gab? Immer. Jetzt. Und gleich nochmal. Zumindest nach meiner hahnebüchenen Definition. A propos "Hahnebüchen", gleich noch so eine Naivität von mir hintenan:
Über Ethik kann ich nur mutmaßen, da ich immer 'Reli' hatte in der Schule stattdessen... Religion vermittelte unterschiedliche Glaubenssysteme. Vielleicht so auch Ethik? Glaubenssysteme beinhalten vier Bereiche: Werte, Normen, Einstellungen und Glaubensstrategiien (zumindest sagte dass Prof.B. immer). Ethik dürfte Richtung 'Werte' gehen. Also beinhaltet sie wohl etwas als wünschenswert Erachtetes. Denn die Standardisierung von Normen dürfte Ethik in unserer inhomogenen Gesellschaft nicht erreichen.
Anfangen hat etwas mit beginnen zu tun. Aber für mich auch immer mit "Unvollkommenheit / Entwicklungspotent" zu tun. Der Anfänger stößt die Veränderung an. Aufhören? Wozu? Aufhören.. Aufgeben.. Beenden.. Vergessen.. nicht mehr wahrgenommen werden.. Vergessen werden.. nicht mehr sein.. nie existiert (haben)?
Wer kann? Heute eher: "Wer kann sein Können durch Papiere beweisen?" ! oder: "Wem gibt man die Möglichkeit?" ... wer SCHAFFT sich die Möglichkeit....?
Muss man? Nun.. es gibt Situationen in denen man sich entscheiden muss. Doch davon abgesehen hab ich oftmas, an verschiedenen Lebensstationen, gehört: "Man hat immer mindestens eine Alternative." - dass kann ich weder beweisen, geschweige denn fassen, doch gesetzt diesen Falls wäre ein reines "Müssen" im Sinne von "nur eine Handlungsmöglichkeit zu haben" nie gegeben.
Wer aus Fehlern anderer lernen kann, ohne sie selbst durchleben, durchleiden zu müssen hat ein glückliches Los und für mich mindestens einen Funken Weisheit. Doch wer nur bei anderen abschaut wird schwerlich Bewegendes schaffen, wer nur in die Fußstapfen anderer tritt, bzw zwischen deren Fußstapfen hin und her hoppst, wird nie eigene Spuren hinterlassen, bleibt rückblickend nur Kopie, Abbild, im Schatten (der Vergessenheit). Beispiele - ja gerne! Man braucht sie zwar nicht, sind jedoch tolle Möglichkeit um Entwicklungen jeder Art zu beschleunigen.
Strebe nach guten Fragen ("?"). Strebe danach die Fragen zu beantworten ("!"). Lass jedoch einige unbeantwortet, zumindest dann, wenn Dir die Antwort keine neuen Fragen eröffnet, denn ab dann - so fürchte ich - wenn Du keinen Beantwortungen mehr nacheiferst, wirst Du Dich nicht mehr verändern.
Spaceman Spiff
Musik von jemandem aus meinem Heimatdorf, lokal schon einen Namen gemacht, zuerst mit seiner Band Gung Fu, die sich leider Anfang diesen Jahres auflöste. Nun ist er solo unterwegs unter dem Namen Spaceman Spiff, der Weltraummann, der trotzdem auf dem Boden geblieben ist. Sein Musikstil nach eigenen Worten: Sentimentale Scheisse..
Auch privat sehr nett der Typ. Ich wünsche ihm viel Erfolg weiterhin!
http://www.spaceman-spiff.de/ (seine offizielle Homepage)
http://www.youtube.com/watch?v=Q95_Kta-doM&feature=channel_page (Fernsehbeitrag bei Balcony TV)
http://www.br-online.de/on3radio/on3radio-laden/gratis-mp3-spaceman-spiff-singer-songwriter-ID1235483535582.xml?_requestid=608635 (Artikel bei BR-online, ganz unten gibt es drei Hörbeispiele)
http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewProfile&friendID=302729913 (sein Myspace-Profil)
Paul Spingers Kommentar zu "Auf der Hut" und "Knast":
Herz und Verstand
Der Mensch lebt durch die Leidenschaft,
Vernunft reicht nur zum existieren.
Kopf ohne Bauch hat keine Kraft,
Und muss verhungern und erfrieren.
Dann fehlt noch immer Seele, Herz,
Und auch ein Traum, die Illusion,
Schmerz, Lachen, die sich himmelwärts
Erheben. – Aber war ´s das schon?
Für mich fehlt noch das „Ich und Du“,
Mein alter Freund, der Dialog.
Bestimmt gehört noch mehr dazu,
Ein ganzer Menschenkatalog.
© by Paul Spinger
Vielen Dank dafür!!
Intensiv
Ich will dem Dauergrinsen helfen sich ein Leid zu schaffen, bald.
Denn seine Muskeln tun ihm weh vom vielen Schein im flachen Sein.
© by Fabian
Im Dauergrinsen erstarrt,
ist das Lachen schrille Fassade,
potjomkinsche Maskerade
bis unter die Nase,
happiness pur
nur
happiness pur.
Wenn der Spiegel das
andere Gesicht zeigt,
das echte (wie es auch sei),
müde und leergegrinst,
müde und leergelacht,
müde und ereignisleer,
gleitet der Blick drüber,
über das Gesicht,
mit Augen
und Nase
und Mund
und Wangen
und Kinn
und Falten...
und für Sekunden
(vielleicht)
flackert Erkennen,
was, das bin ich auch,
(vielleicht)
blitzt Erkenntnis auf,
Erschrecken!
Doch dann, im Aufbäumen
des Willens, in der Verweigerung
der Annahme, nein, so nicht,
zischen sie wieder hoch,
die Winkel des Mundes,
Lippen entblößen Zähne
und das Lachen ist wieder da,
und spricht zu den Augen,
laut und ermunternd,
was, bitte, willst du,
alles ist super, nicht wahr?
© by Gabriele Brunsch
Knast
Ideale sind kleine Gefängnisse in deren Körper-, Gehirn- und Nervenzellen die Inhaftierten mit Wahrheit gefoltert werden.
© by Fabian
Auf der Hut
Es gibt Leidenschaften, die können einem Kopf und Kragen kosten. Nicht wenige haben mit dem Denken zu tun.
© by Fabian
Ein Buch zu schreiben, ist neben dem Leben die größte Herausforderung eines Lyrikers. Seine Schwäche im Ausharren und seine Stilisierung des Zielfadens auf den Punkt genau im Ungewissen, lassen ihn hadern. Je nachdem wie seine Lyrik beschaffen ist, fällt es dem einen oder anderen ein wenig leichter. So hat der Schreiberling, mit dem Hang zu Gedichten gezeichnet aus weiten oder gar völlig fehlenden Gedankengrenzen, mehr zu kämpfen mit prosa-genre-artigen Beschreibungen des Innen- und Außenlebens seiner kopfpräsenten Geschichte und wird schmerzhaft gezwungen sich mit diesen Außenlinien auseinanderzusetzen. Der Lyriker mit meist klaren Ansätzen des Schreibens und der Aussage muss sich hierbei weniger plagen und genießt ein flinkeres Fortkommen in seiner Realisation von Realität, Fiktion oder deren Kombination.
Beide jedoch haben einen Kampf gemeinsam:
Das Gefühlssehnen nach der Poesie in Sätzen.
© by Fabian












