Kurt Schwitters vor der Hoftür


Die zute Tute

Und als sie in die Tute sah,
Da waren rote Kirschen drin.
Und als sie in die Tute sah,
Da waren rote Kirschen drin.
Da machte sie die Tute zu,
Da war die Tute zu,

Da war die Tute zu.

© by Kurt Schwitters

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Vorstellung:

Ich habe heute Christian Asbach besucht. Das hat mich kaum Mühe gekostet, denn er hat seinen Arbeitsplatz in "meinem" Innenhof.
Das Filmatelier Asbach.
Ich war schon lange neugierig was genau dort abläuft und wurde letztes Wochenende aufgrund einer kleinen Menschentraube im Hof und eines Aushangs einer dadaistischen Soirée in Asbachs Atelier (siehe Flyer unten) dazu veranlasst ihn doch einmal zu kontaktieren.
Und so traf ich ihn heute. Es war ein kurzes Treffen, denn ich wollte ihn nicht bei der Arbeit stören. Er hat viel zu tun im Moment und als freischaffender Künstler verständlicherweise immer viel um die Ohren. Um so mehr habe ich mich gefreut, dass er sich ein paar Minuten Zeit genommen hat.
Seine Homepage (Link: http://www.filmatelier-asbach.de/index.html) verrät ein bisschen über den bisherigen Lebenslauf des Anfang Dreißigers. Er hat schon einiges gemacht, viel studiert, gearbeitet und in einigen Ländern gelebt. Er spricht sieben Sprachen und mag neben zahlreichen anderen Hobbies seine Stammkneipe, die, wie er mir sagt, eine seiner Hauptquellen für Kontakte zu Künstler- und Schauspielerkollegen ist. (Bild rechts: Christian Asbach in seinem Atelier)

Presseresonanz erlangte er mit seiner filmischen Dokumentation über den szenebekannten Galeristen für Konkrete Kunst, Heinz Teufel (1936-2007), welche von Zuschauern als auch vom WDR-Hörfunk positiv gewürdigt wurde.

Asbach beschreibt mir einige der Installationen für die Inszenierung der "Ursonate" von Kurt Schwitters. Da ist z.B. Moses aus Zucker mit Nadeln im Kopf (siehe Bild links unten) von der Künstlerin Käthe Wenzel (Link: http://www.kaethewenzel.de/index.htm) oder das Wachsherz mit Schwammkern und einem Ring aus Stecknadeln und weitere Figuren und Bestandteile der Aufführung, wie eine pfeifende Bohrmaschine.

Interessant. Kurios.

Hauptdarsteller der Show sind die beiden Schauspieler Andreas Klein und Immo Kroneberg deren wert- und qualitätvolle Unterstützung Asbach sehr schätzt.

Improvisation gehört für ihn, wegen mangelnder finanzieller Mittel, zum Tagesgeschäft. So hat er zum Beispiel keinen professionellen Lichtmixer und greift daher auf herkömmliche, von einem Freund geliehene Dimmschalter zurück.
Doch gerade das macht für mich den Reiz und die Individualität der gesamten Idee aus. Daher werde ich mir die Vorstellung am kommenden Wochenende anschauen und auf die Wirkung all der Besonderheiten gespannt sein.
Wer also eine innere Resonanz beim Thema Dadaismus spürt und in Berlin wohnt oder gerade vorübergehend in Berlin weilt, sollte einfach mal vorbei schauen. Alle notwendigen Daten stehen auf dem Flyer.

Christian Asbach würde sich freuen!
Und ich natürlich auch!

Der Flyer der Inszenierung: "Fümms bö wö tää zää Uu" von Kurt Schwitters:

Kommentare:

  1. Erstaunliche Sehenswürdigkeiten einer Bekanntschaft

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  2. Kurt Schwitters, ein ungewöhnlicher "gegen den Strich gebürsteter" Künstler, der sich nicht so recht einordnen läßt. Eines seiner ironisch-banalen "Merzgedichte": "Die zute Tute". Ich habe mich gerne mal wieder an diesen Künstler erinnert.
    tjm.

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  3. Dada, ich liebe Dir!
    Leider nicht so bald in Berlin.
    Interessanter Kontakt allemal.

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