Anerkennung

Ein Mensch im Amt von hohen Würden 
Trägt doch so manche schwere Bürden.
Muss nicht nur oft moralisch scheinen,
Will er das Volk als Vorbild einen.
Doch kommen ihm bald monetäre
Menschliche Lüste in die Quere.
Ein Freund hilft ihm beim Finden eines
Weges, wie er sich ein reines
Repräsentatives - ja und
Vor allem für den inn´ren Leumund -
Gewissen basteln, wahren kann.
Doch selbstverständlich irgendwann,
Kommt ihm die Presse auf die Schliche,
Behauptet ungeheuerliche
Dinge und hinterfragt ganz frech
Sein Gewissen – ja so ein Pech!
Dabei hat er sichs doch so fein
Zurechtgelegt und ganz haarklein
Die Taktik clever konstruiert
Und laut Kollegen desavouiert.
Ihm gelang´s nicht abzulenken
Vom eigenen moralischen Verrenken.
Doch das Konstrukt ist zementiert
In seinem Hirn, ganz ungeniert.
Drum kann er auch zum Volke sagen:
„Das was ich tat, kann ich ertragen.“
So ist das mit den hehren Leuten,
die sich Anerkennung erbeuten,
ganz ohne Leistung zu erbringen -
da lässt sich nur um Fassung ringen.
Doch Eugen Roth ganz im Gedenken:
Den Weltenlauf kann man nicht lenken!

© by Fabian Tietz

Kommentare:

  1. ...lieber fabian, hast mir mächtig aus der seele gesprochen. ach, wie sich doch krämertum und kleingeisterei sofort rächen! da will einer ganz hoch hinaus, und das mit mitteln, die sich mit seinem amt (und den gesetzen) nicht wirklich vereinbaren lassen...

    übrigens, ich habe heute im programm bayern 2 einen ganz hervorragenden bericht über Paracelsus gehört. vielleicht kannst du ihn dir ja mal als potcast im bayerischen rundfunk anhören. paracelsus war ein ganz großer, sehr klar und vernünftig denkender und argumentierender mann, der so ganz und gar in die jetzt geführten diskussionen passt... es hat mir riesigen spaß gemacht diesem bericht zu lauschen. dir wird er auch gefallen... da waren auch ein paar zitate genannt, die so hervorragend waren, dass mir das herz hüpfte und ich gleich an dich dachte!

    alles gute
    gabriele

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  2. so schön kann es engagierte Poesie sein… bin begeistert!

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  3. Blendend nach Rothscher Manier gedichtet!

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  4. Lieber Fabian,

    auf diesem Wege gesegnete Feiertage für dich und einen guten Rutsch ins Kommende, vor allem Gesundheit und immer wieder neue *Satzpoesie*:)

    herzlich, Edith (Rachel)

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